Die Kohlrabi-Schwemme ist da. Und jetzt?
Plötzlich sind sie überall: auf dem Markt, in der Gemüsekiste und im Garten – die Kohlrabi-Schwemme ist da. Und oft kommen sie alle auf einmal. Doch was tun, wenn der Kühlschrank schon überquillt? Weg mit dem Gedanken an langweilige, zerkochte Gemüsebeilagen. Kohlrabi ist ein echtes Multitalent in der Feierabendküche: knackig als Rohkost, goldbraun als Schnitzel, cremig als Suppe oder herzhaft geschmort aus dem Ofen. Und das Beste: Sogar die Blätter sind viel zu schade für den Kompost.
Erstmal vorbereiten: Schälen, aber richtig
Bevor es losgeht, muss die Knolle vorbereitet werden. Die äußere Schale ist faserig und zäh, die muss weg. Am einfachsten geht das mit einem Sparschäler. Sei dabei nicht zu zögerlich, besonders am unteren Strunkansatz sitzen oft holzige Stellen. Lieber etwas mehr abschneiden und dafür eine durchweg zarte Knolle genießen. Das Innere sollte hell und saftig aussehen. Danach kannst du den Kohlrabi je nach Rezept in Scheiben, Stifte oder Würfel schneiden.
Rezept 1: Knusprige Kohlrabi-Schnitzel
Wer sagt, dass ein Schnitzel immer aus Fleisch sein muss? Paniertes Gemüse ist eine geniale Art, die Ernte auf den Teller zu bringen. Außen knusprig, innen saftig-zart mit einer leichten Süße – so wird selbst der größte Kohlrabi-Skeptiker überzeugt.
Die Zubereitung ist denkbar einfach. Zuerst den vorbereiteten Kohlrabi in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Diese Scheiben in Salzwasser für 5–8 Minuten vorkochen, bis sie bissfest sind. Nicht zu weich kochen, sonst zerfallen sie beim Panieren! Nach dem Kochen die Scheiben kurz mit kaltem Wasser abschrecken und auf Küchenpapier trockentupfen.
Jetzt baust du dir eine Panierstraße auf: einen Teller mit Mehl, einen tiefen Teller mit verquirlten und gewürzten Eiern und einen Teller mit Semmelbröseln. Die Kohlrabischeiben erst im Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen. Dann durch das Ei ziehen und anschließend in den Semmelbröseln wälzen, bis alles gut bedeckt ist. Die Brösel leicht andrücken.
In einer großen Pfanne reichlich Öl oder Butterschmalz erhitzen. Die panierten Kohlrabischeiben darin bei mittlerer Hitze von jeder Seite goldbraun ausbacken. Das dauert nur wenige Minuten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und sofort servieren. Dazu passt ein frischer Kräuterquark, Kartoffelsalat oder einfach ein grüner Salat.
Praktischer Tipp: Keine Semmelbrösel zur Hand? Zerstoßene Cornflakes, Panko oder sogar fein zerriebenes Knäckebrot funktionieren auch wunderbar und sorgen für eine extra knusprige Kruste.
Rezept 2: Cremige Kohlrabisuppe
Eine Suppe ist die perfekte Lösung, wenn gleich mehrere Knollen aufgebraucht werden müssen. Sie ist schnell gemacht, lässt sich super vorbereiten und schmeckt auch am nächsten Tag noch fantastisch. Für eine samtige Konsistenz sorgt eine Kartoffel, die mitgekocht wird.
Für einen großen Topf Suppe (ca. 4 Portionen) brauchst du etwa drei mittelgroße Kohlrabi und eine große, mehlige Kartoffel. Beides schälen und in grobe Würfel schneiden. Eine Zwiebel würfeln und in etwas Butter oder Öl glasig dünsten. Kohlrabi- und Kartoffelwürfel dazugeben, kurz mitdünsten und dann mit etwa 1 Liter Gemüsebrühe ablöschen. Alles aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze für ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
Anschließend die Suppe mit einem Pürierstab fein mixen, bis sie schön cremig ist. Einen Schuss Sahne oder eine pflanzliche Alternative unterrühren und die Suppe mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss abschmecken. Fertig!
Aufpeppen lässt sich die Suppe mit:
- Frischen Kräutern wie Petersilie oder Schnittlauch
- Gerösteten Brotwürfeln (Croutons)
- Ein paar Tropfen Kürbiskernöl
- Knusprig gebratenen Speckwürfeln
Die Blätter nicht vergessen! So verwertest du den ganzen Kohlrabi
Ein großer Fehler bei der Kohlrabi-Verarbeitung ist, das Grünzeug wegzuwerfen. Die Blätter, besonders die jungen, zarten Herzblätter, sind nicht nur essbar, sondern auch richtig lecker und voller Nährstoffe. Sie lassen sich vielseitig verwenden und bringen eine milde, kohlartige Würze in deine Gerichte.
Kohlrabiblätter lassen sich einfach wie Spinat zubereiten. Dazu die Blätter waschen, die dicken Stiele eventuell entfernen und die Blätter grob hacken. In einer Pfanne mit etwas Zwiebel und Knoblauch andünsten, bis sie zusammenfallen. Mit Salz und Pfeffer würzen – eine tolle Beilage.
Sowohl die Knolle als auch die zarten Herzblätter eignen sich hervorragend als Rohkost, zum Beispiel in feine Streifen geschnitten im Salat. Das gibt eine spannende Textur und einen frischen Geschmack.
Weitere Ideen für Kohlrabiblätter:
- In Smoothies: Eine Handvoll Blätter sorgt für eine Extraportion Grün.
- Als Pesto: Zusammen mit Nüssen, Knoblauch, Parmesan und Olivenöl pürieren.
- In der Suppe: Einfach am Ende der Kochzeit gehackt zur Kohlrabisuppe geben und kurz mitziehen lassen.
Noch mehr Ideen: Von Rohkost-Sticks bis zum Ofengericht
Die Möglichkeiten sind fast endlos. Hier noch ein paar schnelle Inspirationen, um die Ernteschwemme zu meistern:
- Kohlrabi-Sticks mit Dip: Geschälten Kohlrabi in dicke Stifte schneiden. Dazu passt ein Joghurt-Kräuter-Dip oder Hummus. Ein perfekter, gesunder Snack.
- Gefüllter Kohlrabi: Die Knollen aushöhlen und mit einer Mischung aus Hackfleisch, Reis oder vegetarisch mit Linsen und Gemüse füllen. In einer Auflaufform mit etwas Brühe im Ofen garen, bis sie weich sind. Das Schmoren macht den Kohlrabi besonders aromatisch.
- Kohlrabi-Gemüsepfanne: Einfach mit anderem Saisongemüse wie Karotten, Erbsen oder Lauch in der Pfanne anbraten. Passt zu Nudeln, Reis oder als Füllung für Wraps.
Also, keine Panik vor dem vollen Erntekorb. Mit diesen Rezepten wird die Kohlrabi-Schwemme zum Festessen.





