Der Wirsing ist da. Und zwar nicht nur einer. Wenn die krausen Köpfe im Beet einmal loslegen, gibt es oft kein Halten mehr. Plötzlich stehst du vor einem Berg aus grünen Blättern und fragst dich: Was jetzt? Eintopf schon wieder? Keine Sorge, der Wirsing, der in der Schweiz Wirz und in Österreich meist Wirsing oder Wirsingkohl genannt wird, ist vielseitiger als sein Ruf. Seit dem 18. Jahrhundert wird er in Deutschland angebaut und hat sich als robustes Wintergemüse bewährt.
Also, weg mit den Vorurteilen und ran an die Köpfe. Wir zeigen dir zwei Rezepte, die den Wirsing-Berg schrumpfen lassen und richtig gut schmecken – perfekt für die deftige Feierabendküche.
Wirsing-Kartoffel-Puffer: Die clevere Resteverwertung
Kartoffelpuffer kennt jeder. Aber mit Wirsing? Das ist die perfekte Tarnung, um eine ordentliche Portion Kohl in die Familie zu schmuggeln. Der Trick für besonders gute Puffer liegt in der Vorbereitung: Die Kartoffeln kochst du am besten schon am Vortag. So kühlen sie komplett aus, die Stärke wandelt sich um und die Masse wird weniger klebrig.
Zuerst presst oder reibst du die gekochten und geschälten Kartoffeln in eine große Schüssel. Den Wirsing befreist du von den äußeren, welken Blättern und dem harten Strunk und schneidest ihn in feine Streifen. Auch die Zwiebel und der Knoblauch werden fein gewürfelt. Gib alles zusammen mit den Eiern und dem geriebenen Parmesan zu den Kartoffeln. Jetzt wird kräftig mit Salz, Pfeffer und einer guten Prise Muskatnuss gewürzt. Verknete die Masse mit den Händen, bis alles gut vermischt ist. Aber nicht zu lange, sonst wird sie wässrig.
Erhitze etwas Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze. Forme aus der Masse flache Puffer und brate sie von beiden Seiten langsam goldbraun an. Es geht hier nicht darum, sie in Fett auszubacken, sondern ihnen bei moderater Temperatur eine schöne Farbe zu geben und sie durchzuwärmen. Geduld ist hier der Schlüssel. Die fertigen Puffer lässt du kurz auf Küchenpapier abtropfen.
Dazu passt ein einfacher Kräuterquark oder ein Klecks saure Sahne. Ein schnelles, deftiges Abendessen, das auch am nächsten Tag kalt noch schmeckt.
Weitere Ideen mit Wirsing: Klassisch, schnell & knusprig
Die Puffer sind verputzt, aber der Ernteeimer ist immer noch nicht leer? Kein Problem. Wirsing ist ein echter Alleskönner. Hier sind unsere besten Ideen, von Omas Klassiker bis zum schnellen Feierabend-Snack:
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Omas Klassiker: Cremiges Wirsinggemüse Manchmal muss es einfach ein Klassiker sein. Cremiges Wirsinggemüse schmeckt nach Heimat und ist die ideale Beilage zu Bratwurst, Frikadellen oder Kassler. Die Zubereitung ist unkompliziert und perfekt, um einen ganzen Kopf auf einmal zu verarbeiten. Entferne die äußeren Blätter und den Strunk des Wirsings. Die Blätter schneidest du in grobe Stücke. Gib eine erste Ladung davon in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser. Du wirst sehen: Der Wirsing fällt extrem schnell zusammen. Sobald Platz ist, gibst du schrittweise die restlichen Blätter hinzu, bis der ganze Kopf im Topf ist. Koche den Wirsing weich, das dauert etwa 10–15 Minuten. Gieß das Kochwasser ab, aber fang ein wenig davon auf. Jetzt kommt der Stabmixer zum Einsatz: Püriere den Wirsing direkt im Topf zu einer cremigen Masse. Je nach gewünschter Konsistenz kannst du etwas vom aufgefangenen Kochwasser zugeben. Für die nötige Sämigkeit sorgt eine klassische helle Mehlschwitze. Schmelze dafür Butter in einem kleinen Topf, rühre Mehl ein und lass es kurz anschwitzen, ohne dass es Farbe annimmt. Lösche die Mehlschwitze mit Sahne oder Milch ab und rühre sie glatt. Gib diese Basis nun zum pürierten Wirsing und rühre alles gut unter. Jetzt wird abgeschmeckt: Salz, Pfeffer und vor allem frisch geriebene Muskatnuss sind hier unverzichtbar.
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Wirsing-Eintopf: Der absolute Klassiker für die Resteverwertung. Schneide Wirsing, Kartoffeln, Karotten und was du sonst noch an Wurzelgemüse hast, in Stücke. Brate alles mit Zwiebeln an, lösche mit Brühe ab und lass es köcheln, bis das Gemüse weich ist. Mettenden oder Wiener Würstchen dazu – fertig ist die wärmende Mahlzeit.
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Pasta mit Wirsing: Eine blitzschnelle Nummer für den Feierabend. Während die Nudeln kochen, schneidest du Wirsing in feine Streifen und brätst ihn in einer Pfanne mit Knoblauch, Chili und etwas Olivenöl an, bis er weich ist. Mit einem Schuss Nudelwasser ablöschen, die gekochten Nudeln untermischen, Parmesan drüber, fertig.
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Wirsing-Chips: Eine knusprige Alternative, besonders gut für die großen, äußeren Blätter. Reiße die Blätter in mundgerechte Stücke, mische sie mit Olivenöl, Salz und Paprikapulver und verteile sie auf einem Backblech. Bei etwa 180 °C für 10–15 Minuten backen, bis sie knusprig sind. Unbedingt im Auge behalten, sie verbrennen schnell!
Wirsing lagern: So bleibt der Kopf lange frisch
Wenn du die Wirsingschwemme nicht sofort verarbeiten kannst, lässt sich der Kohl gut lagern. Ein ganzer, unversehrter Kopf hält sich an einem kühlen, dunklen Ort, zum Beispiel im Keller, mehrere Wochen. Wichtig ist, dass er trocken ist und Luft an ihn herankommt.
Einmal angeschnitten, gehört der Wirsing in den Kühlschrank. Wickle ihn am besten in ein feuchtes Tuch oder lege ihn in eine Frischhaltebox, dann trocknen die Schnittflächen nicht so schnell aus. So hält er sich noch etwa eine Woche.
Für die langfristige Vorratshaltung kannst du Wirsing auch einfrieren. Dafür schneidest du die Blätter in Streifen und blanchierst sie für etwa 2–3 Minuten in kochendem Salzwasser. Danach sofort in Eiswasser abschrecken, damit die Farbe erhalten bleibt. Gut abtropfen lassen und luftdicht verpackt einfrieren. So hast du auch in ein paar Monaten noch die Basis für ein schnelles Wirsinggemüse parat.





