Die deutsche Spargelsaison mag traditionell am 24. Juni enden, doch die Lust auf das knackige grüne Gemüse kennt keine Pause. Ob als Spätlese aus heimischem Anbau oder als hochwertiger Import – grüner Spargel ist zum Glück fast ganzjährig verfügbar. Wer im Frühling selbst geerntet hat, kennt das Phänomen: Plötzlich steht man vor einem Berg knackiger Stangen. Aber keine Sorge, denn grüner Spargel ist nicht nur in der Ernte, sondern auch in der Küche absolut pflegeleicht. Sein kräftiges, nussiges Aroma macht ihn zum Star einfacher Gerichte, die ohne viel Aufwand gelingen.
Im Gegensatz zu seinem weißen Bruder, der mühsam aus der Erde gestochen werden muss, wächst grüner Spargel über der Erde. Das macht ihn nicht nur reicher an Vitamin C und Karotin, sondern erspart dir auch eine Menge Arbeit in der Küche. Schälen? Meistens überflüssig.
Grünen Spargel vorbereiten: In 5 Minuten fertig
Das Beste an grünem Spargel ist die unkomplizierte Vorbereitung. Vergiss den Spargelschäler, den brauchst du nur selten. Bei Grünspargel fallen nur geringe Schälabfälle an, weil die Stangen kaum holzig sind.
So gehst du vor:
- Waschen: Spüle den Spargel kurz unter kaltem Wasser ab und tupfe ihn trocken. Achte besonders auf die Köpfe, hier kann sich manchmal etwas Sand verstecken.
- Holzige Enden entfernen: Das untere Ende der Stangen kann zäh sein. Um die perfekte Stelle zu finden, nimmst du eine Stange in beide Hände und biegst sie sanft. Sie bricht genau dort, wo der holzige Teil aufhört. Diesen Punkt kannst du als Maß für die restlichen Stangen nehmen und sie einfach mit einem Messer kürzen. Die Abschnitte musst du nicht wegwerfen. Koche sie in etwas Wasser aus und du hast eine schnelle Basis für eine Spargelsuppe.
- Schälen (nur wenn nötig): Bei sehr dicken Stangen kann das untere Drittel etwas faserig sein. Hier kannst du sparsam mit einem Sparschäler nachhelfen. Bei dünnen und mitteldicken Stangen ist das aber fast nie nötig.
Schon fertig. Der Spargel ist bereit für Pfanne, Ofen oder Grill.
Rezept 1: Der Feierabend-Klassiker aus der Pfanne
Wenn es schnell gehen muss, ist gebratener grüner Spargel unschlagbar. In weniger als 20 Minuten steht ein fantastisches Gericht auf dem Tisch, das als Beilage zu Fisch oder Fleisch funktioniert oder mit etwas Parmesan und Brot zu einer leichten Hauptmahlzeit wird.
Erhitze etwas Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Temperatur. Gib den vorbereiteten Spargel hinein und brate ihn unter gelegentlichem Wenden für 8–12 Minuten, bis er gar, aber noch bissfest ist und leichte Röststellen hat. Achte darauf, dass die Pfanne nicht zu voll ist, damit die Stangen richtig braten und nicht nur dünsten.
In den letzten zwei Minuten der Garzeit kommen die Knoblauchscheiben hinzu und werden kurz mitgeschwenkt. Gibst du sie früher hinzu, könnten sie verbrennen und bitter schmecken. Nimm die Pfanne vom Herd, würze alles kräftig mit Salz sowie Pfeffer und runde das Aroma mit einem Spritzer frischem Zitronensaft ab. Fertig.
Variationen für die Pfanne:
- Mediterran: Gib eine Handvoll halbierter Kirschtomaten zusammen mit dem Knoblauch in die Pfanne.
- Deftig: Brate ein paar Speck- oder Schinkenwürfel an, bevor du den Spargel dazugibst.
- Cremig: Zerbrösle zum Schluss etwas Feta oder Ziegenkäse über den heißen Spargel.
Rezept 2: Alles vom Blech mit Kartoffeln
Ein ganzes Abendessen von einem einzigen Blech? Das ist die Lösung für die größere Spargelschwemme und hungrige Mäuler. Du brauchst quasi keine Aufmerksamkeit, während alles im Ofen brutzelt.
Heize deinen Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vor. Wasche kleine Drillinge oder andere festkochende Kartoffeln und halbiere oder viertele sie je nach Größe. Mische sie in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und getrockneten Kräutern wie Rosmarin oder Thymian. Verteile sie auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech und backe sie für etwa 20 Minuten.
In der Zwischenzeit bereitest du den grünen Spargel vor und mischst ihn ebenfalls mit etwas Öl, Salz und Pfeffer. Nach den 20 Minuten nimmst du das Blech aus dem Ofen, schiebst die Kartoffeln etwas zur Seite und verteilst den Spargel daneben. Alles zusammen für weitere 10–15 Minuten backen, bis die Kartoffeln gar und der Spargel zart ist.
Dazu passt ein einfacher Kräuterquark oder ein Joghurt-Dip.
Rezept 3: Knackiger Spargelsalat für warme Tage
Gekochter Spargel ist dir zu langweilig? Dann probier ihn doch mal als Salat. Das Geheimnis ist, ihn nur ganz kurz zu garen, damit er seinen Biss behält. Oder du isst ihn sogar roh.
Für einen blanchierten Spargelsalat: Bringe einen Topf mit Salzwasser zum Kochen. Gib den in mundgerechte Stücke geschnittenen Spargel hinein und koche ihn für nur 2–3 Minuten. Gieße ihn sofort ab und schrecke ihn in einer Schüssel mit Eiswasser ab. So behält er seine leuchtend grüne Farbe und den Biss.
Für einen rohen Spargelsalat: Schneide die Spargelstangen mit einem Sparschäler oder einem Messer in sehr dünne, lange Streifen. Das geht am besten mit etwas dickeren Stangen.
Egal ob blanchiert oder roh, mische den Spargel mit einem einfachen Vinaigrette aus Olivenöl, Zitronensaft, etwas Senf, Salz und Pfeffer. Fantastisch dazu passen:
- Frische Erdbeeren, in Scheiben geschnitten
- Gehobelter Parmesan
- Geröstete Pinienkerne oder Walnüsse
- Radieschen in feinen Scheiben
Was tun mit Spargel-Resten?
Manchmal bleibt doch etwas übrig. Gekochter oder gebratener Spargel lässt sich am nächsten Tag wunderbar weiterverarbeiten. Schneide ihn in kleine Stücke und gib ihn in ein Omelett oder eine Frittata. Auch in einer schnellen Pasta mit etwas Sahne oder Pesto macht er sich gut. Püriert mit etwas Brühe und einem Klecks Crème fraîche wird daraus eine schnelle Spargelcremesuppe. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, um die Ernte bis zum letzten Stängel zu genießen.





